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Lange
Zeit hat man die Burgruine nahe der Lägern-Hochwacht
für den kurzlebigen Sitz einer Ministerialenfamilie im
Dienst der Freiherren von Regensberg gehalten,
die in der sagenumwobenen «Regensberger
Fehde» um 1267 zerstört worden sein soll. Aufgrund
einer Neuauswertung der Fundgegenstände von der Burg und
mit Blick auf die stattliche Grösse der Anlage wird diese
These in jüngster Zeit jedoch verworfen.
67 Meter lang und etwa 20 Meter breit war die Burg, die vermutlich
im frühen 12. Jhdt. auf dem höchsten Punkt des Lägerngrates
angelegt wurde. Sowohl auf der West- als auch auf der Ostseite
wurden tiefe Abschnittsgräben in den Jurakalk gebrochen.
Die Mauern der Burg wurden direkt auf den Fels gesetzt und
mussten bis zum höchsten Punkt des Grates zudem eine stattliche
Höhendifferenz überwinden. Die Gestalt der Anlage
kann aus den heute noch erkennbaren Resten nicht rekonstruiert
werden. Eine rund 2 Meter dicke Umfassungsmauer umschloss das
Areal zumindest auf der West-, Süd- und Ostseite. Inwendig
lehnten sich an diese Mauer weitere Gebäude an. Im Zentrum
der Anlage befand sich eine Zisterne, eine zweite wurde ausserhalb
der Burg auf der steilen Nordseite des Berggrats entdeckt.
Die Kleinfunde belegen den gehobenen Lebensstil der Bewohner.
Bereits im 12. Jhdt. verfügten sie über einen Kachelofen.
Ausserdem gab es auf der Burg Glas, vergoldete Beschläge
von Bucheinbänden und Kästchen, man kannte Schach
und Würfelspiele, es wurden Pferde, Schweine, Rinder,
Ziegen, Hühner und Katzen gehalten und man jagte Vögel,
Wildschweine, Hirsche und Hasen. Ausserdem wurden Spindeln,
Bestandteile eines frühen Trittwebstuhls, Reste von Beinschnitzereien,
Münzen, Waffen, Scheren, Messer und Wetzsteine gefunden.
Wer diese Höhenburg angelegt und bewohnt hat, ist völlig
unbekannt. Die Herren von Regensberg gründeten das benachbarte
Neu-Regensberg erst um die Mitte des 13. Jhdts. Die Burg Alt-Lägern
wurde aber, wie die Kleinfunde zeigen, bereits kurz nach 1200
für immer verlassen und dem Zerfall preisgegeben.
1244 taucht ein Ritter Arnold von Lägern in den Urkunden
auf. Er war ein Dienstmann der mächtigen Regensberger.
Auch über die folgenden zwei Generationen stand das in
Zürich und im Zürcher Unterland begüterte Geschlecht
in enger Verbindung mit den Freiherren, und wie bei diesen
folgte um 1300 sein Niedergang. Der letzte bekannte Herr von
Lägern war Friedrich, der um 1387 völlig verarmt
in Zürich gelebt haben soll. Eine direkte Verbindung der
Familie zur Burg Alt-Lägern lässt sich jedoch keine
finden.
Auf Initiative des Wirtes des Gasthauses auf der Lägern-Hochwacht
begann 1902 die Freilegung der Ruine. Die Arbeiten unter Leitung
der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich wurden für
damalige Verhältnisse recht professionell ausgeführt:
Mauerzüge wurden fotografiert, Kleinfunde gesammelt und
selbst die ausgegrabenen Tierknochen ausgewertet. Wegen Geldmangels
konnte die Untersuchung der Burg allerdings nie abgeschlossen
werden. 1903 wurde die Grabungstätigkeit eingestellt,
im Jahr darauf konservierte man die freigelegten Mauerzüge.
Eine erste Auswertung der Funde wurde 1946 publiziert. Die
damaligen Erkenntnisse sind durch eine Untersuchung von 2003
(Windler) jedoch stark in Frage gestellt worden. Die Burgruine
selbst wurde 1982 letztmals saniert.
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