Landesflagge
Burg Bourzey / Qalaat Marza - Syrien
Historie


Der Burgberg spielte schon in seleukidischer (griechischer) Zeit eine Rolle zur Sicherung der Verbindung zwischen den Städten Laodicea (Latakia) und Apamea. Unter der Römerherrschaft hatte Feldherr Pompeius um 65 v. Ch. einen jüdischen Freischärler aus der Befestigung zu vertreiben.

Später erbauten die Byzantiner ein Kastell auf dem Berg. 948/949 nahm der Befehlshaber Abu al-Hagar im Auftrag des Emirs von Aleppo, Saif ad-Dawla die Burg ein. 975 eroberte der byzantinische Feldherr Tzimiskis die Burg von den Hamdaniden aus Aleppo zurück. Nach der Schlacht bei Mantzikert 1071 gewannen die Muslime erneut die Oberhand in Nordsyrien. Al-Dawla Aqsunqur, seldschukischer Gouverneur von Aleppo konnte die Burg im Mai 1090 in seinen Besitz bringen. Ungefähr 1103 nahmen die Kreuzritter die Befestigung ein. Anhand von Vergleichen in Bautechnik und -stil lässt sich feststellen, dass die heute noch vorhandenen Anlagen in der ersten Phase des Burgenbaus (1100-1140) durch die Kreuzritter erbaut wurden.

Am 23. August 1188 nahm Saladin die Burg bei seinem Feldzug nach der Schlacht bei Hattin ein. Seit dem 20. August 1188 hatte er die Burg belagert. Sie hatte den Ruf unbezwingbar zu sein, weil es unmöglich war, Belagerungsgeräte in die Nähe ihrer Mauern zu bringen. Es gelang Saladin wirklich nicht, die Maschinen in wirksame Entfernung zu bringen. Daraufhin ließ er seine Truppen in drei Einheiten aufteilen, die in aufeinander folgenden Wellen immer wieder gegen die Westmauer anrannten. So erschöpfte er die schwachen Kräfte der Verteidiger. Schließlich kapitulierte die Garnison unter dem Druck der militärischen Stärke Saladins. Demoralisiert wurde die Burgbesatzung auch dadurch, dass die Schwägerin des Burgkommandanten die Geheimnisse der Franken fortlaufend an Saladin verriet.

Dauerhaft konnte Saladin die Burg nicht unter seiner Kontrolle behalten. Bald war die Burg wieder von den Kreuzrittern besetzt und spielte eine wichtige Rolle im Verteidi-gungssystem der Kreuzfahrerstaaten.


Quellen:
1. Jean Mesqui: Forteresses Médiévales au proche-orient, Quatre châteaux des Hospitaliers au nord du comté deTripoli perso.wanadoo.fr/jmsat.mesqui/1-Hospitaliers/ pdf/avant_propos.pdf
2. Expansion nach Syrien, aus http//www.zdf.de/ZDFde/10/0,1872,2088810,00.htm
3. Ross Burns: Monuments of Syria, I. B. Tauris Publishers, London/ New York, 1999.
4. Baedecker Syrien, Verlag Karl Baedecker, 2000.
5. Walter Zöllner: Geschichte der Kreuzzüge, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1983
6. Reise Know-How, Reise Know-HowVerlag Peter Rump GmbH, Bielefeld 2000.
7. Wolfgang Müller-Wiener: Burgen der Kreuzritter im heiligen Land Dt. Kunstverl. München 1966
8. Robin Fedden /John Thompson Kreuzfahrerburgen im Heiligen Land
9. Th. E. Lawrence: Crusader Castles, Revisted Oxford 1989
10. Hugh Kennedy Crusader castles, Cambridge Univ. Press, 1995
11. Hansgerd Hellenkemper: Burgen der Kreuzritterzeit in der Grafschaft Edessa und im Königreich Kleinarmenien, Rudolf Habelt Verlag GmbH, Bonn 1976.
12. Thomas Biller: Burgen in den Kreuzfahrerstaaten- vom Adelssitz zur "Festung" in Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Heft 1, Halle/Saale 1992


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