Wappen der Normandie
Château de Robert-le-Diable / Moulineaux - Normandie
Historie


11. – 12. Jh. - Errichtung der Burg. Der Sage nach durch Robert den Prächtigen († 1035), auch Robert der Teufel genannt, dem Vater von Wilhelm dem Eroberer

ca. 1199 - Richard Löwenherz hält sich einige Zeit auf der Burg auf und ist in die Bautätigkeiten auch selbst involviert.

1203 - Sein Bruder und Nachfolger Johann Ohneland flüchtet nach seiner Beteiligung an dem Verschwinden (und wahrscheinlich der Ermordung) seines Neffen Arthur von der Bretagne (einem Günstling Königs Philipp II. August von Frankreich) auf die Burg. Er muss dann jedoch aufgrund der anhaltenden Bedrohung durch Philipp II. August die Burg aufgeben und in sein angestammtes Königreich England zurückkehren. Im Rahmen seiner Flucht zerstört er die Burg.

1204 - Philipp II. August nimmt die Normandie und damit auch die Burg ein. In der Folgezeit lässt er die Burg wieder aufbauen.

1365 - Die Engländer versuchen die Burg zu stürmen. Viele Häuser des Dorfes werden geplündert und angezündet.

1418 - Im Zuge des Hundertjährigen Krieges werden die Türme der Burg durch den Magistrat (andere Angaben: durch die Bürger) von Rouen gesprengt, damit die Burg nicht den Engländern in die Hände fällt, und diese sich hier festsetzen. Jedoch ohne Erfolg:

1418 bis 1449 - Rouen wird durch die Engländer erobert und besetzt.

1430-1431 - Johanna von Orleans wird auf der Burg gefangen gehalten.

15. Jh. - Die Burg gehört zum königlichen Besitz, allerdings ist nicht geklärt, bis wann.

ab dem 16. Jh. - Die Burg ist im Zuge der Religionskriege Opfer zahlreicher Plünderungen und Zerstörungen und verfällt zunehmend. Aufgrund der sich um das Gebäude rankenden Geschichten und Legenden findet sich niemand, der auf der Burg wohnen möchte.

17. Jh. - Die Barone von Mauny sind im Besitz der Burg und führen sie im Abzeichen der Familie bis 1832. Danach folgen mehrere Eigentümer recht schnell aufeinander.

1870 - Im preußisch-französischen Krieg werden auch die Ruinen der Burg umkämpft

Anfang 20. Jh. - Oscar Cosserat kauft das Gebäude (seine Erben besitzen es noch heute)

1900 – 1905 - O. Cosserat lässt unter der Leitung von Lucien Lefort die Burg teilweise rekonstruieren und restaurieren.

1907 - Ein kleines Museum präsentiert im restaurierten großen Turm einige bei den Ausgrabungen gemachten Funde. Es wird im Zweiten Weltkrieg geplündert und zerstört.

1954 - Die Burg wird zur Besichtigung freigegeben und ist ein beliebtes Ausflugsziel.

bis 2003 - befand sich ein Wikingermuseum auf der Burg. Seitdem sind vor allem die umliegenden (neuzeitlichen) Gebäude und auch zurückgelassene Ausstellungsrequisiten sinnloser Zerstörungswut anheim gefallen und die Burg verfällt zunehmend. Vor allem die rekonstruierten Holzbauten wie Brücke und Wehrgänge werden wohl leider – falls sich nicht doch noch jemand darum kümmert – innerhalb weniger Jahren baufällig und unbegehbar werden.

Quellen: http://www.casteland.com/pfr/chateau/hnormand/seinem/moulineaux/moulineaux.htm; eigene Recherche; Infotafel vor Ort


Grundrißplan
Ansichten
Infoseite

zurück