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Die
Burg Iberg wurde um 1230 von Dienstleuten der Abtei St. Gallen
errichtet und diente als Verwaltungszentrum für die
Güter und Rechte des Klosters rund um Wattwil. Die Familie
taucht mit Heinrich «de Iberch» 1228 und 1240
in den Schriftquellen auf, er gilt als Erbauer der Burg.
Der Name leitet sich höchstwahrscheinlich von einer
alten Flurbezeichnung ab und bedeutet «mit Eiben bestandener
Berg».
Der Burghügel ist einzig auf der Südseite durch das
Hagbachtobel natürlich geschützt, weshalb man ein
halbkreisförmiges Grabensystem anlegte. Dieses umfasst
auch ein breites, auf der Nordostseite vorgelagertes Plateau
ohne erkennbare Spuren von Bauten. Die Kernburg bildet ein
unregelmässiges Vieleck und wird dominiert durch den sechsstöckigen
Wohn- und Wehrturm in der westlichen Ecke. Seine unteren Geschosse
gehören zum ältesten Baubestand, die Ringmauer wurde
später angefügt. Der massive Bau misst im Grundriss
9,3 x 9,25 Meter bei einer Mauerstärke von 1,6 Metern.
Der alte Hocheingang befindet sich auf der Südostseite,
rund 6 Meter über Boden. Abgesehen von einigen Resten
des Berings ist auf Iberg nichts von weiteren Gebäuden
erhalten geblieben. Gemäss alten Abbildungen umfasste
die Kernburg auch einen Palas und ein Wirtschaftsgebäude
Schon bald nach ihrer Gründung wurde die Anlage, die an
den alten Wegen zum Ricken- und zum Laadpass liegt, zum Zankapfel
zwischen dem Abt von St. Gallen und dem Grafen von Toggenburg.
Graf Kraft I. eroberte Iberg, wo er im Januar 1249 mit seinen
Brüdern eine Urkunde ausstellte. Er wollte, dass die Burg
fortan «Kraftsberg» genannte werde, doch konnte
sich dieser Name nie durchsetzen. Gemäss der spätmittelalterlichen
Kuchimeister-Chronik reagierte Abt Berchtold von Falkenstein,
indem er oberhalb von Wattwil bei einem Bachtobel die Burg
Bärenfels errichten liess. Von hier aus soll Iberg zurückerobert
worden sein. Bis heute konnte Bärenfels allerdings nicht
eindeutig lokalisiert werden.
Der Konflikt um Iberg zog sich das ganze 13. Jhdt. weiter.
Nach einer weiteren Eroberung durch die Toggenburger kam die
mittlerweile weitgehend zerstörte Burg 1255 zurück
an St. Gallen. Sie wurde wieder hergerichtet, wobei der Turm
um zwei Stockwerke erhöht worden sein soll. Die Äbte
weilten in den folgenden Jahrzehnten oft persönlich auf
Iberg. Zu weiteren Kämpfen kam es im Streit zwischen Abt
Wilhelm von Montfort und dem Gegenabt Konrad von Gundelfingen,
der von König Rudolf von Habsburg unterstützt wurde.
Konrad konnte Iberg 1290 nach einer aufwändigen Belagerung
erobern, musste die Burg nach dem Tod König Rudolfs im
Folgejahr aber wieder aushändigen.
Im 14. Jhdt. blieb es ruhig um Iberg. Doch in den Appenzellerkriegen
wurde die Burg 1405 von den Aufständischen erobert und
zerstört. Erst 1408, beim Friedenschluss von Bregenz,
wurde sie der Abtei St. Gallen zurückgegeben, welche sie
rasch wieder herrichten liess. Danach folgten friedlichere
Zeiten. Gemäss einer Urkunde von 1420 war der Burgvogt
des Klosters verpflichtet, tagsüber drei, die Nacht hindurch
vier Wächter aufzustellen.
Um 1700 befahl Fürstabt Leodegar von St. Gallen als Landesherr
den mehrheitlich zum reformierten Glauben übergetretenen
Wattwilern, durch den Hummelwald eine neue Strasse über
den Rickenpass zu bauen. Dies führte zu einem Aufstand
der Talleute, und im Frühjahr 1710 besetzten sie die Burg
Iberg. Der Konflikt wuchs sich zu einer grösseren konfessionellen
Auseinandersetzung aus und gipfelte 1712 im Zweiten Villmergerkrieg.
Im Friedensschluss von 1718 wurde Iberg einmal mehr der Abtei
St. Gallen zuerkannt, doch durfte die Burg nicht mehr befestigt
werden. Sie wurde deshalb äbtischen Lehnsleuten zur Einreichtung
eines Wirtshauses überlassen.
1805 wurde die Klosterherrschaft aufgehoben. Die Burg wurde
nun an Private verkauft und ab 1835 teilweise abgebrochen.
Die Entfernung der Dachstühle 1838 beschleunigte den Zerfall
der Gebäude. Erst der Übergang durch Schenkung an
die Gemeinde Wattwil rettete das Bauwerk: Von 1902 bis 1903
wurden die Mauern gesichert und teilweise nachgebaut. Zu den
damals vorgenommenen Rekonstruktionen gehören die obersten
Stockwerke des Turms und das Burgtor. |