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Burg Jörgenberg / Waltensburg/Vuorz - Kanton Graubünden |
Historie
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Das Burgareal von Jörgenberg wurde bereits in der mittleren Bronzezeit besiedelt.Im Frühmitelalter entstand dann ein für Graubünden typisches Kirchenkastell, das im Testament des Churer Bischofs Tello aus dem Jahr 765 erstmals als "castellum" erwähnt wird. Im rätischen Reichsurbar aus der Mitte des 9. Jhdt. wird bereits von der "ecclesia sancti Georgii in Castello" gesprochen, der St.Georgskirche in der Burg. Nach diesen sehr frühen Belegen verschwindet Jörgenberg für lange Zeit aus den schriftlichen Quellen. Wie eine dendrochronologische Untersuchung gezeigt hat, wurde der heute noch bestehende Kirchturm (Campanile) im Jahr 1070 erbaut. In der Zeit danach wurde aus dem Kirchenkastell eine hochmittelalterliche Adelsburg. Die Untersuchung des Hauptturms hat das Baujahr 1265 ergeben, doch über schriftliche Quellen zu Jörgenberg verfügt man erst wieder für das 14. Jhdt. Zu Beginn des 14. Jhdt. gehörte Jörgenberg den Herren von Friberg, deren Stammburg im benachbarten Dorf Siat stand. Noch vor ihrem Aussterben um 1330 müssen sie beide Burgen an Österreich übertragen und als Lehen zurückerhalten haben. Nach dem Tod des letzten Fribergers beanspruchten die mächtigen Freiherren von Vaz das Lehen und besetzen Jörgenberg. Dagegen wehrten sich andere Adlige unter Führung der Herren von Rhäzüns, doch anerkannte Österreich 1341/1342 die Ansprüche des Hauses Vaz. Die Erben der Vazer, die Grafen von Werdenberg-Sargans, konnten ihre Ansprüche offenbar nicht mehr durchsetzen. 1343 verzichteten sie gegenüber den Rhäzünsern für 1000 Mark auf alle Rechte an der Herrschaft Friberg und den beiden Burgen. 1378 kauften die Herren von Rhäzüns noch die benachbarte Herrschaft Grünenfels hinzu und vereinigten die beiden Gebiete zur neuen Herrschaft Jörgenberg. 1430 erhielten sie von König Sigismund die Bestätigung des Bannrechts für "sandt Jörgenberg". Da die Burg nun Zentrum einer ansehnlichen Herrschaft war, wurde sie zum Sitz eines Kastellans mit Nach langem Erbstreit ging Jörgenberg 1458 an Jos Niclaus von Zollern über, der die Herrschaft unter Vorbehalt einiger Gebiete und Rechte aber bereits 1462 dem Kloster Disentis verkaufte. Die Burg blieb allerdings weiterhin ein Zentrum für die gesamte Herrschaft, auf ihr wurden Gefangene eingekerkert und, falls verurteilt, auf dem nahen Galgenhügel hingerichtet. 1539 verkaufte der Disentiser Abt Jörgenberg an Mathias von Rungs, der sich verpflichten musste, für den Unterhalt der St.Georgskirche zu sorgen. Ab 1580 war die Familie Gandreya im Besitz der Burg, welche sie noch bewohnt haben soll. Spätestens im 17. Jhdt. setzte aber der Zerfall der Anlage ein. Sie wurde 1931-1932 freigelegt und restauriert, aber nur unsachgemässarchäologisch untersucht. Die letzte Untersuchung und eine umfassende Sicherung des Mauerwerks wurden im Jahr 2001 abgeschlossen. (Quelle: CLAVADETSCHER, Otto P./MEYER, Werner. Das Burgenbuch von Graubünden. Zürich / Schwäbisch Hall 1984. S. 107-111.) |