Wappen von Laufen
Burg Laufen / Laufen-Uhwiesen - Kanton Zürich
Historie


Die Ursprünge der Burg Laufen sind ungeklärt, 1123 wird sie erstmals als Besitz des Bistums Konstanz erwähnt. Im 13. Jhdt. gehörte die Anlage jedoch den am Hochrhein reich begüterten Grafen von Tengen. Diese vergaben Burg und Herrschaft als Lehen an angesehene Schaffhauser Bürger, so um 1290 an die Herren von Urzach, um 1360 an die Familie Am Stad, später an die Familie Tüffen. Die ursprüngliche Anlage war um einen Innenhof gruppiert und umfasste mehrere Wohntrakte, von denen heute nur doch einer besteht. Auch der Rundturm in der südöstlichen Ecke der Burg gehört dem mittelalterliche Baubestand an.

1444 gelangte das Tengener Lehen in die Hände der Schaffhauser Familie von Fulach. Herzog Albrecht von Österreich zog jedoch 1449 vor die Burg Laufen, eroberte sie nach längerer Belagerung und gliederte sie in die habsburgischen Besitzungen ein. Die von Fulach beharrten jedoch auf ihren Rechten, und bereits 1450 gelang es ihnen, offenbar durch einen handstreichartigen nächtlichen Überfall, die Burg wieder an sich zu bringen. Zur Absicherung ihrer Stellung liess sich die Familie 1455 ins Burgrecht der Stadt Zürich aufnehmen. Zürich war im 15. und 16. Jhdt. bestrebt, sein Territorium nach allen Seiten hin auszudehnen. Entsprechend interessierte es sich auch für den Erwerb der Herrschaft Laufen. 1544 trat Wilhelm von Fulach die Burg für 7200 Florin an die Stadt ab. Der Kauf umfasste laut Vertrag vom 14. Januar 1544 "das Schloss Laufen mit zwei Häusern, zwei Scheunen und Stallungen, einer Trotte, einem Krautgarten und einem Torbrunnen".

Die Stadt Zürich machte sich umgehend daran, die Burg an der nördlichen Grenze ihres Gebiets neu zu befestigen. Bis 1548 wurde die Anlage unter Aufsicht des Zürcher Bauherrn Andreas Schmid für nahezu 10000 zürcherische Pfund völlig umgestaltet. Etliche der alten Gebäude wurden abgerissen, und die Burg erhielt einen neuen Zugang mit Ziehbrücke und Torturm, eine neue Umfassungsmauer und weitere Gebäude, von denen heute aber die meisten nicht mehr vorhanden sind. Laufen wurde nun Sitz eines Zürcher Landvogtes und blieb es bis zur Helvetischen Revolution von 1798. Die exponierte Lage der Burg machte häufige und teure Reparaturarbeiten notwendig, über welche die Rechnungen der Vogtei Auskunft geben.

1798 verliess der letzte Landvogt die Burg und ein Handwerker aus Uhwiesen übermalte daraufhin die Wappen auf den Aussenmauern. Laufen wurde nun vom Kanton Zürich verschiedentlich verpachtet und 1845 an Johann Louis Bleuler verkauft. Die Familie Bleuler veränderte den Charakter der Ablage ein weiteres Mal stark. Viele der alten Wohn- und Verwaltungsgebäude wurden niedergerissen und in neugotischem Stil neu aufgebaut. Im Schloss wurde eine Malschule eingerichtet, 1850 auch ein Gasthaus. 1941 konnte der Kanton Zürich die Anlage von den Nachkommen Bleulers zurückkaufen.

(QUELLEN: FIETZ, Hermann. Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Basel 1938. S. 200-204. / ZELLER-WERDMÜLLER, Heinrich. Zürcherische Burgen. In: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 48./49. Jhg. Zürich 1894/1895. S. 336-338. / BITTERLI-WALDVOGEL, Thomas. Schweizer Burgenführer. Basel / Berlin 1995. Nr. 806.)


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