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Burg Manegg / Zürich - Kanton Zürich |
Historie
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Trotz ihrer Bedeutung als Stammburg eines wichtigen Rittergeschlechts und ihrer späteren Verewigung in Kunst und Literatur ist Manegg die am meisten vernachlässigte Burg auf dem Boden der Stadt Zürich. Grund dafür ist wohl ihre Abgeschiedenheit, liegt sie doch auf einem nur mühsam zu erreichenden Geländevorsprung am nördlichen Rand der Falätsche, einem grossen Felsabbruch auf der Ostseite des Albisgrats. Als Zürich nach dem Aussterben der Zähringer 1218 reichsfrei wurde, boten sich einer Gruppe von ursprünglich bürgerlichen Dienstleuten der Herzöge und der Fraumünsterabtei neue Entfaltungsmöglichkeiten. Zu diesen gehörte auch die Familie Manesse, die in der Stadt verschiedene Wohntürme besass und als deren Stammburg Manegg gilt. Möglicherweise in den 1220er-Jahren wurde die recht einfache Burg über dem Sihltal erbaut. Kern der Anlage bildete ein starker Turm mit Hocheingang auf der Ostseite. Er mass 8 x 7,8 Meter im Grundriss bei einer Mauerstärke von 2,3 Metern. Gemäss den heute noch erhaltenen Resten des Turmsockels und älteren Beschreibungen des Mauerwerks würde dieser recht gut ins frühe 13. Jhdt. passen. Dem Turm auf der Bergseite vorgelagert war ein kleiner Torzwinger, der sich über dem tiefen Halsgraben befand. Auf der Ostseite grenzte ein Hof an den Turm, der talseits durch den Wohntrakt abgeschlossen wurde. Dieser, heute ganz verschwunden, soll im Grundriss 12,6 x 10,5 Meter gemessen haben. Als Erbauer der Burg käme allenfalls Rüdiger I. Manesse in Frage, der ab 1240 als Ritter und Reichsvogt erwähnt wird. Möglicherweise stand er, wie nach ihm Rüdiger II., im Dienst der Freiherren von Eschenbach-Schnabelburg, die ihrerseits über Reichvogteigewalt verfügten. 1303 wird die Burg Manegg erstmals direkt erwähnt. Aus der Urkunde geht deutlich hervor, dass sie damals im Besitz der Familie Manesse war und Ritter Rüdiger II. als Wohnsitz diente. Dieser war es auch, der die damals in Zürich entstandene Sammlung mittelalterlichen Liedguts so entscheidend mitprägte, dass sie später als Manessische Liederhandschrift berühmt geworden ist. Manegg blieb noch über vier weitere Generationen im Besitz der Ritterfamilie. Ital Manesse war wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten 1393 aber gezwungen, den grössten Teil seines Besitzes zu veräussern. Die noch intakte Burg wurde versteigert und von einem gewissen Vislin erworben, von dem nur bekannt ist, dass er Jude war. Seine Witwe verkaufte 1400 Manegg samt dem Kirchensatz der zugehörigen Kapelle in Leimbach dem Kloster Selnau. Zu dieser Zeit wurde die Burg bereits nicht mehr ständig bewohnt. Gemäss einem Eintrag im Rats- und Richtebuch der Stadt Zürich fiel sie schliesslich 1409 einem durch Unvorsichtigkeit ausgelösten Brand zum Opfer. Späteren Berichten zufolge soll eine übermütige Gruppe junger Leute die Burg zur Fasnachtszeit zum Spass belagert und dabei versehentlich angezündet haben. Die abgebrannte Burg blieb als Ruine noch über etliche Jahrhunderte weitherum sichtbar. Gemäss alten Ansichten ragte der Turm im 17. Jhdt. noch in voller Höhe auf, und 1798 soll auch die Ostmauer des Palas noch 8 Meter hoch gewesen sein. Weil jedoch nie Konservierungsarbeiten vorgenommen worden sind, sind diese Mauerresten mittlerweile weitgehend verschwunden. Auch eine archäologische Untersuchung ist bislang ausgeblieben. Auf dem Burgareal steht heute ein Gedenkstein für den bedeutenden Zürcher Dichter Gottfried Keller, der Manegg im 19. Jhdt. in den beiden Novellen "Hadlaub" und "Der Narr auf Manegg" verewigt hat. QUELLEN: SCHNEIDER, Hugo. Die Burgen und ihre Bewohner. In: DRACK, Walter et alt. Der Üetliberg. Zürich 1984. S. 53-80. / DRACK, Walter/SCHNEIDER, Hugo. Der Üetliberg: Die archäologischen Denkmäler [Archäologische Führer der Schweiz, Bd. 10]. Zürich 1979. S. 15-18. / STAUBER, Emil. Die Burgen und adeligen Geschlechter der Bezirke Zürich, Affoltern und Horgen. Basel 1955. S. 53-54. / ZELLER-WERDMÜLLER, Heinrich. Zürcherische Burgen. In: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 48./49. Jhrg. Zürich 1894-1895. S. 343-344. |
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