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Ende
11. Jh. - Egno de Mazis, aus der Familie der Freiedlen von Tarasp,
siedelt sich in Obermatsch an. Egno hat den Namen also mitgebracht
und seine Familie und dem Dorf bzw. dem Tal den Namen gegeben
(nach dem Tarasper Lehen "Maz" - heute Mazzo im Veltlin).
1160
- Der Nachfolger von Egno wird erstmals als Vogt von Matsch erwähnt,
der die Vogtei über die Klöster Marienberg und Müstair
innehat. Die Matscher sind reich, mächtig und gewalttätig
und haben Besitz bis ins Veltlin und in die Schweiz. In der Geschichte
von Tirol und Chur spielen sie eine bedeutende Rolle.
1297
- Unter Egno IV. und Ulrich II. Teilen die Matscher sich in zwei
Linien. Die Burg Untermatsch wird errichtet.
1304
- Ulrich II. lässt den Marienberger Abt Hermann von Schönstein
im Schlinigtal enthaupten. Die Bluttat hat den Kirchenbann zur
Folge, doch Ulrich kümmert das wenig.
1309
- Ulrich II. wird von seinem Vetter Egno im Streit erschlagen,
weil er dessen Frau belästigte.
1313
- Die Vogtei über Marienberg geht an die Herzöge von
Österreich über, von denen sie die Matscher als Afterlehen
empfangen.
1348
- Herzog Konrad von Teck, der Feldhauptmann des Ludwig von Brandenburg,
des zweiten Gemahls der Margaretha Maultasch, erobert die Burg
Obermatsch.
1351
- Die Vögte von Matsch erklären sich in Anwesenheit
von Herzog Konrad von Teck bereit, die Burgen Untermatsch, Tarasp
und die Hälfte der Churburg als landesfürstliches Lehen
entgegenzunehmen.
1358
- Bei einer Familienfehde überfallen die Obermatscher die
Burg Untermatsch. Die beiden Familien sind schließlich so
verfeindet, dass sie sich ständig blutige Kämpfe liefern,
und zwar so lange bis der die Burg Obermatsch bewohnende Familienteil
völlig ausgerottet ist.
1363
- Mit der Abtretung Tirols an Herzog Rudolf IV. von Habsburg werden
aus den freien rätischen Edelleuten von Matsch Vasallen der
Landesfürsten.
1366
- Durch die Heirat von Ulrich IV. mit Agnes von Teck kommen die
Matscher in den Besitz der schwäbischen Grafschaft Kirchberg.
Nach der Belehnung durch Kaiser Karl IV. nennen sich die Vögte
von Matsch auch Grafen von Kirchberg.
Ende
14. Jh. - Die Matscher stehen jetzt auf der höchsten Stufe
ihrer Macht. Sie besitzen die Burgen Ober- und Untermatsch, Ramüs,
Tarasp, Reichenberg, Stadt und Gericht Glurns und Hörtenberg,
Steinsberg im Engadin und Greifenstein, dazu die Erbvogtei über
die Churer Gotteshausleute im Engadin, Münstertal und Vinschgau
sowie über die Klöster Marienberg und Münster.
1421
- Nach Jahrzehnten langem Machtkampf mit den Bischöfen von
Chur verlieren die Matscher die Vogtei über Marienberg und
Müstair.
15.
Jh. - Die Vögte von Matsch verlegen ihren Hauptwohnsitz auf
die Churburg. Die Matscher Burgen werden vernachlässigt.
1504
- Mit Graf Gaudenz von Matsch stirbt das Geschlecht der Matscher
aus.
1537
- Nach langem Erbstreit mit Erhard von Polhaim fällt der
Vinschgauer Besitz der Matscher an die Neffen des Gaudenz, die
steirischen Ritter von Trapp. Die Ruinen von Ober- und Untermatsch
sind bis heute im Besitz der Grafen von Trapp.
Quellen:
Oswald Trapp - Tiroler Burgenbuch I - Bozen 1976 / Josef Rampold
- Vinschgau - Bozen 1974
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