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Die
Orelli von Locarno gehörten im Hochmittelalter zu den
führenden Geschlechtern des Tessins. Wann ein Zweig
der Familie sich bei Biasca eine Burg erbaute, ist nicht
bekannt. Vermutlich erhielten sie bereits im 12. Jhdt. vom
Mailänder Domkapitel die Herrschaftsrechte über
den strategisch bedeutenden Ort verliehen. Die Orelli behandelten
Biasca wie Eigenbesitz. 1292 konnten sich die Talleute aber
mit ihrer Forderung durchsetzen, ihren Ammann (Podestà)
selbst wählen zu wollen. Die entsprechende Urkunde wurde
von Heinrich von Orelli auf der Burg zu Biasca unterzeichnet.
Die Herrschaft der Orelli dauerte bis in die Mitte des 14.
Jhdts., als die Mailänder Visconti das Gebiet um Biasca
in ihr Territorium eingliederten. Danach wechselte die Herrschaft
in den kriegerischen Ereignissen bis um 1500 mehrmals zwischen
Mailand und den Eidgenossen hin und her. Die Burg der Orelli
spielte dabei aber keine Rolle mehr. Wann sie aufgegeben wurde,
ist nicht bekannt.
Von der einst mehrstufigen, ausgedehnten Burganlage am Berghang über
Biasca sind heute kaum noch Spuren erkennbar. Ein Mauerstück,
möglicherweise von einem Turm, ragt noch zwischen Gras
und Büschen hervor. Daran sollen sich einst der Hof und
ein Wohngebäude angegliedert haben. Sehr gut erhalten
ist die historische Brücke über den Wildbach Froda,
die den Zugang zum Burgareal bildet. Auf der unteren Stufe
der Anlage steht die 1632 erbaute Kapelle Santa Petronilla.
Bei 1986 vorgenommenen archäologischen Untersuchungen
konnten an derselben Stelle Vorgängerbauten aus dem 11.
und 13. Jhdt. nachgewiesen werden. |