Wappen von Dübendorf
BURGSTELLE SCHITERBURG
Europa / Schweiz / Kanton Zürich / Bezirk Uster / Dübendorf

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Historie

Grundriss

Die Schiterburg, auf den Landkarten «Burstel» genannt, liegt im Sagentobel südwestlich des Weilers Stettbach. Der vom Sagentobelbach und vom Burstelbach begrenzte Geländevorsprung verbreitert sich zu einem Plateau, bevor er im Norden sehr steil gegen das Tobel hin abfällt. Diese Fläche wurde bergseits durch einen Halsgraben geschützt, durch den heute eine Waldstrasse verläuft. Die Wehranlage nahm offenbar nur den zentralen Teil des Areals ein, eine erhöhte Fläche von circa 23 x 30 Meter Ausdehnung. Auf der West- und Ostseite wurde diese durch je einen Seitengraben und -wall zusätzlich gesichert.

Spuren von Gebäuden sind heute keine mehr erkennbar. Der Name lässt vermuten, dass sich an der Stelle einst eine Holz- und Erdburg befunden hat. Bei Sondiergrabungen von 1902 sollen am höchsten Punkt des Areals allerdings Spuren eines steinernen Turms nachgewiesen worden sein. Ob der Name des benachbarten Gehöfts Chämmeten, der auf eine Kemenate (beheizbares Frauengemach) hindeutet, mit der Burg zusammenhängt, muss offen bleiben.

Da der Name «Schiterburg» in keiner mittelalterlichen Quelle direkt erwähnt wird, können über die Erbauer der Burg nur Vermutungen angestellt werden. Nicht mit der Anlage in Verbindung zu bringen ist das ab 1304 auftauchende Geschlecht der Herren von Schiterberg/Schiterburg. Ihr Name bezieht sich auf eine gleichnamige Burg bei Andelfingen. In Stettbach hatte bereits im 10. Jhdt. das Zürcher Grossmünster Besitzungen. Dessen Kastvögte waren im 11. Jhdt. die Grafen von Lenzburg. Es ist zu vermuten, dass die Erbauung der Schiterburg damit zusammenhängt. Im 13. Jhdt. lagen die Vogteirechte über Stettbach in den Händen der Grafen von Habsburg. Im Jahrzeitbuch des Zürcher Grossmünsters aus den Jahren 1265 bis 1287 ist erstmals von einem Gut «Schiterberg» die Rede, das der Gemahlin des Konrad von Dübendorf gehört habe. Konrad war in der zweiten Hälfte des 13. Jhdts. wahrscheinlich auf der nahen Burg Dübelstein ansässig. Die Schiterburg war damals wohl bereits dem Zerfall überlassen worden.

Im Frühjahr 2011 sorgte die Burgstelle kurzzeitig für Schlagzeilen, weil das Projekt einer Seilbahn von Stettbach zum Zoo Zürich mitten auf dem geschützten Areal einen Mast vorsah. Nach Einsprache der Kantonsarchäologie, die unweit der Schiterburg ihren Hauptsitz hat, mussten diese Pläne geändert werden.

Quellen: Martin Gubler - Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Bd. III: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. Basel 1978. S. 582-583. / Heinrich Zeller-Werdmüller - Zürcherische Burgen. In: Mitteilungen der Antquarischen Gesellschaft in Zürich, 48./49. Jhrg. 1894/1895. S. 370. / Patrick Kühnis - Burg kommt Zoo-Seilbahn in die Quere. In: Tages Anzeiger, 18. Februar 2011.
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