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Burg Tartus / Tartus - Syrien
Historie


Die Hafenstadt Tartus, von den Kreuzrittern Tortosa genannt, gilt als eine Gründung der Kreuzritter. Die vorgelagerten Insel Arwad und die Umgebung von Tartus waren aber bereits mindestens seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. besiedelt.

Bereits beim ersten Kreuzzug entrissen die Franken die Stadt den Byzantinern. Nach Wegzug der Kreuzfahrer geriet die Stadt unter die Herrschaft des Emirs von Tripolis. 1102 bemächtigte sich der Kreuzritter Raimond de Saint Gilles, Graf von Toulouse, des Territoriums. Zur Sicherung seiner Herrschaft begann er alsbald mit der Errich-tung einer Zitadelle. 1152 konnte Nureddin die Festung einnehmen, verlor sie aber schon 1155 an König Balduin III., der sie 1157 an den Templerorden übergab. Die Templer setzten den Bau der Zitadelle und auch den Bau der Kathedrale Notre-Dame de Tortosa fort. An den bis heute noch erhaltenen Bauten der Zitadelle lassen sich zwei Bauphasen ablesen, die allerdings nicht näher datiert werden können.

Während die Bischofsstadt, in deren Nordostecke die Zitadelle liegt, nur einen einfa-chen (äußeren) Mauerring hat, war die Zitadelle mit zwei Mauerringen (mittlerer und innerer) und zwei Gräben gesichert. Nur an der Seeseite hatte auch die Zitadelle ei-ne einfache Mauer, die aber von besonderer Stärke war. Das Nord- und das Südbollwerk sowie der dazwischen liegende Donjon sicherten diesen Verteidigungsab-schnitt. Beide Mauerringe der Zitadelle waren mit Kasematten versehen und wiesen viereckige Flankierungstürme auf. Der Zugang zur Zitadelle befand sich an der Nord-seite und führte hakenförmig durch einen starken Torturm. Danach musste ein ca. 80 Meter langer Weg im Graben zurückgelegt werden, bis man das versetzte Tor durch den inneren Bering passieren konnte. Die innere Mauer hatte eine Höhe von 25,50 Metern. Das stärkste Bauwerk der Zitadelle ist der Donjon. Er nimmt in seinem Kern eine Fläche von 20 x 21,20 Metern ein. Um diesen Kernbau wurde in einer zweiten Bauphase ein Umgang erbaut, der bist zu 4,70 Meter breit ist. Es wird vermutet, dass die drei Tore zur Seeseite die Möglichkeit offen ließen, hier Schiffe zu beladen.

1188 hatte die Festung eine solche Stärke erreicht, dass Saladin eine Belagerung erfolglos abbrach. Die Templer konnten einen starken Turm, möglicherweise den Donjon, halten. In der Folgezeit wurde Tortosa nach den Hauptsitzen der Templer in Acra und Palästina die wichtigste Befestigung des Ordens.

1291 mussten die Templer Tartus als letzten Stützpunkt in Syrien aufgeben.

In den folgenden Jahrhunderten wurden die Gebäude der Zitadelle teilweise abgebrochen oder anderen Nutzungen zugeführt. Bis zum heutigen Tag sind viele Bauwerke durch neuere Ein- und Umbauten verborgen. In den letzten Jahren wurde aber begonnen, die Festungsanlagen freizulegen und einer touristischen Nutzung zuzuführen.

Detlef Mewes, 2004


Quellen:
1. Jean Mesqui: Forteresses Médiévales au proche-orient, Quatre châteaux des Hospitaliers au nord du comté deTripoli perso.wanadoo.fr/jmsat.mesqui/1-Hospitaliers/ pdf/avant_propos.pdf
2. Expansion nach Syrien, aus http//www.zdf.de/ZDFde/10/0,1872,2088810,00.htm
3. Ross Burns: Monuments of Syria, I. B. Tauris Publishers, London/ New York, 1999.
4. Baedecker Syrien, Verlag Karl Baedecker, 2000.
5. Walter Zöllner: Geschichte der Kreuzzüge, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1983
6. Reise Know-How, Reise Know-HowVerlag Peter Rump GmbH, Bielefeld 2000.
7. Wolfgang Müller-Wiener: Burgen der Kreuzritter im heiligen Land Dt. Kunstverl. München 1966
8. Robin Fedden /John Thompson Kreuzfahrerburgen im Heiligen Land. Wiesbaden, 1959
9. Th. E. Lawrence: Crusader Castles, Revisted Oxford 1989
10. Hugh Kennedy Crusader castles, Cambridge Univ. Press, 1995
11. Michael Braune: Die mittelalterlichen Befestigungen der Stadt Tortosa/ Tartus in Damaszener Mitteilungen 2/1985
12. Thomas Biller: Burgen in den Kreuzfahrerstaaten- vom Adelssitz zur "Festung" in Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Heft 1, Halle/Saale 1992


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