Wappen von Stallikon
Üetliburg / Stallikon - Kanton Zürich
Historie


Der südwestlich der Stadt Zürich steil aufragende Üetliberg, nördliches Ende der Albiskette, beherbergte seit der späten Bronzezeit Siedlungen und Wehranlagen, deren markante Wälle am flachen Nordhang des Berges noch heute gut zu erkennen sind. Im 1. Jhdt. v.Chr. befand sich im oberen Bereich des Berges ein keltisches "oppidum" mit eigener Metallverarbeitung. Auch die Römer waren hier präsent und errichteten möglicherweise auf dem höchsten Punkt einen Wachturm. Da schriftliche Quellen weitgehend fehlen, ist man auch für die mittelalterliche Besiedlung des Üetlibergs auf die archäologischen Befunde angewiesen. Für das 10. Jhdt. konnte eine Schuttschicht auf dem Gipfelplateau nachgewiesen werden, ausserdem weisen die Überreste von drei Mörtelmischwerken auf Bauarbeiten hin. Wer damals auf dem Berg eine Befestigung anlegte, ist umstritten. Ältere, teilweise recht phantasievolle Thesen wollten diese in Ableitung des Bergnamens dem Bayernherzog Odilo zuweisen. Auf dem Areal wurde bei den letzten Untersuchungen jedoch ein in Zürich geprägter Denar von König Rudolf II. von Hochburgund gefunden. Dieser hatte während der Schwäche des ostfränkischen Reiches um 912 die Gelegenheit genutzt, seinen Einflussbereich bis in die Limmatstadt auszudehnen. Gut möglich, dass er angesichts seiner keineswegs gesicherten Position im neu eroberten Gebiet auf dem Üetliberg mit dem Bau einer Steinburg begann. Diese könnte nach der Niederlage Rudolfs gegen Herzog Burkhard II. von Schwaben 919 in der Schlacht bei Winterthur und seinem Rückzug unvollendet geblieben sein.

Die nächste mittelalterliche Siedlungphase fällt in die Zeit um 1100. Damals errichteten wiederum unbekannte Bauherren eine mächtige Wall- und Grabenanlage im nördlichen Vorfeld des ansonsten durch steile Felswände geschützten Gipfelplateaus. Auf diesem, dem sogenannten Kulm, entstand dann um die Mitte des 12. Jhdt. die eigentliche Üetliburg. Von der noch erhaltenen Wehrmauer entlang dem Plateaurand und den wenigen weiteren Mauerresten lassen sich auf das Aussehen der Anlage kaum noch Rückschlüsse ziehen. Für die Innenbebauung konnten Reste von Holzbauten nachgewiesen werden, in denen Metall verarbeitet wurde. Um 1210 wird die Burg erstmals als "Uotelenburh" in einer Urkunde genannt, über die Besitzer herrscht Unklarheit. Die spätmittelalterlichen Zürcher Chronisten wiesen die Üetliburg den Freiherren von Regensberg zu, sie soll in der sagenumwobenen "Regensberger Fehde" zwischen den Freiherren und Graf Rudolf von Habsburg, dem späteren König, 1267/68 zerstört worden sein. Der archäologische Befund weist hingegen vielmehr auf eine Auflassung der Anlage im frühen 13. Jhdt. hin.

In der frühen Neuzeit stand auf dem Uto-Kulm eine Hochwacht, die Überreste der Burg verschwanden. Erste Grabungen wurden 1836 vorgenommen, danach kamen bei Bauarbeiten immer wieder Funde und Mauerreste zutage. Erst 1980 bis 1989 wurden der Berggipfel und das nördliche Vorfeld einer systematischen archäologischen Untersuchung unterzogen. Dabei wurde auch die verbliebene Wehrmauer ausgegraben und konserviert.

(QUELLEN: BAUER, Irmgard et alt. Üetliberg, Uto-Kulm: Ausgrabungen 1980-1989 [Berichte der Zürcher Denkmalpflege, Archäologische Monographien, Bd. 9]. 2 Bde. Zürich 1991. S. 273-288. / SCHNEIDER, Hugo. Die Burgen und ihre Bewohner. In: DRACK, Walter et alt. Der Üetliberg. Zürich 1984. S. 53-80.)


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