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Zwing-Uri / Silenen - Kanton Uri |
Historie
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Das um 1470 entstandene Weisse Buch von Sarnen, eine historische Quelle, auf welcher der grösste Teil der Schweizer Freiheitssagen begründet, vermeldet für die Zeit nach 1291 über die Innerschweizer: "(...) wa böse Türnli waren die brachen sy und viengen zu Üre am erstenan die hüser brechen. Nu hat derselb herr ein Turn angefangen under steg auf ein bül, den wolt er nemmen Twing Üren (...)". Seither hat die Forschung die Burgruine unterhalb von Amsteg in direkten Zusammenhang mit dem sagenhaften "Burgenbruch" gebracht, mit welchem sich die Innerschweizer vom Joch der Habsburger befreit haben sollen. Die genauen archäologischen Untersuchungen auf Zwing-Uri haben 1978 dieses Bild in Frage gestellt. Anhand von Keramikfunden konnte gezeigt werden, dass der Platz bereits in der Bronze- und Eisenzeit besiedelt gewesen war. Auch die mittelalterliche Anlage kann keine Neugründung der Habsburger gewesen sein, denn bereits um 1150 stand auf dem Burgareal ein bäuerliches Gehöft mit drei kleinen Häusern aus Trockenmauern, einer Feuerstelle und einem Viehpferch. Im frühen 13.Jhdt. wurde die Hofanlage durch einen mächtigen Burgturm mit rund 2 Meter dicken Mauern ersetzt. Diese Anlage ist wohl als Zeichen des sozialen Aufstiegs der Besitzer zu werten, den Zwing-Uri entsprach nun dem Typus der im Urnerland von vielen lokalen Adelsfamilien bewohnten Turmburg (vrgl. Silenen oder Schweinsberg). Vom Turminventar konnten ein Kachelofen und Überreste von Truhen gefunden werden. Wem Zwing-Uri im 13. Jhdt. gehörte, ist unklar. In Frage kämen eventuell die Herren von Silenen. Die jüngsten mittelalterlichen Kleinfunde auf Zwing-Uri stammen aus den Jahren 1310-1320. Damals wurde mit einer grossangelegten Erweiterung der Burg begonnen: Östlich des Turm fanden die Archäologen das unvollendete Fundament einer Ringmauer, am Nordrand der Anlage einen nicht fertig ausgehobenen Graben. Zwischen Beginn und Abbruch der Bauarbeiten lagen offenbar nur etwa sechs Wochen. Der Ausbau zu einer mittleren Festung ist wohl einer Familie mit landesherrlichem Anspruch zuzuweisen. Ob diese jedoch im Zusammenhang mit Habsburg stand, ist fraglich. Nach dem abgebrochenen Erweiterungsvorhaben wurde Zwing-Uri aufgegeben und dem Zerfall überlassen. 1868 wurde auf dem Burgareal unter Verwendung von Steinen der Ruine ein Wirtshaus erbaut, das ab 1888 dem österreichischen Maler Josef Hoffmann als Wohnung diente. Dieser wollte Zwing-Uri später dem Deutschen Kaiser Wilhelm II. vermachen, der das Geschenk aber ablehnte. 1928 (QUELLEN: MEYER, Werner et alt. Die bösen Türnli: Archäologische Beiträge zur Burgenforschung in der Urschweiz [Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 11]. Olten / Freiburg i.Br. 1984. / MEYER, Werner (Red.). Burgen der Schweiz, Bd. 1: Kantone Uri, Schwyz, Unterwalden, Glarus, Zug. Zürich 1981.) |